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Chew 3 – Bulle mit Biss


Chew 3 – Bulle mit Biss
Genre:
Comic
Autor:
John Layman
Rob Guillory
Seiten:
128
Verpackung:
Hardcover
Kaufstart:
10. Dezember 2011
Verlag:
Cross Cult
ISBN:
978-3-942649-20-9

Tony Chu hat es geschafft: Endlich läuft sein Leben rund. Er hat eine hübsche Freundin gefunden und kommt sogar mit dem schlecht gelaunten Chef kommt er inzwischen einigermaßen zurecht. Ganz zu schweigen von seinem neuen Partner bei der FDA, dem er endlich vertrauen kann. Dumm nur, dass seine cibopathischen Fähigkeiten, durch welche er die Vergangenheit aller Lebensmittel, die er verspeist, sofort erkennen kann, ihm auch heute noch so manchen ekelhaften Job bescheren. Doch das soll nicht sein einziges Problem sein, denn während mächtige Firmenbosse längst die verbotenen Hühnchen mit Fröschen gekreuzt haben und illegale Chicken-Kämpfe ausgeführt werden, ist sein alter, ebenfalls cibopathischer FDA-Partner plötzlich wieder auf freiem Fuß – und hat es insbesondere auf Tony abgesehen…

Kritik:
Seitdem der erste Teil der recht makabren Comic-Reihe die Fans dieser Kunstart begeisterten, gibt es kein Zurück mehr: In regelmäßigen Abständen dürfen wir eine kleine, aber feine Fortsetzung zu dem actionreichen Abenteuer eines Ermittlers der Gesundheitsbehörde erleben und sollten bei jedem Teil der Reihe möglichst nicht mit vollem Magen in den Genuss der Lebensmittelverbrechen kommen. Denn auch „Chew 3“ setzt genau da an, wo sein Vorgänger aufhörte – und für die Hauptfigur heißt das erneut, die ekelhaftesten Dinge zu verspeisen.

Die Rückkehr des Cibopathen
Kenner der Reihe wissen bereits, was an Tony Chu so besonders ist: Er kann mit seinen speziellen Fähigkeiten in einer Art Vision wiedererkennen, welche Vergangenheit jenes Objekt hinter sich hat, welches er gerade verspeist. Ebenso seine genauen Inhaltsstoffe, die mögliche Todesursache und die Art und Weise der Produktion, welche dieses bereits durchgemacht hat. Schon in den beiden vorangegangenen Comics musste Tony daher in die ekelhaftesten Lebensmittel, Körperteile und Lebewesen beißen, darunter sogar tote Tiere und ganze Finger. Nun kann er allerdings etwas zurückhaltender damit umgehen, denn statt neuen Skandalen in der Lebensmittelindustrie muss er fortan erneut gegen seinen alten Partner ankämpfe, der als Pseudo-Cyborg einmal mehr zurückkehrt und auf freiem Fuß steht. Die einzelnen Ermittlungen als Agent der Lebensmittelbehörde geraten hier also etwas in den Hintergrund, weshalb „Chew 3“ nicht mehr ganz so makaber ausgefallen ist. Das nimmt dem Comic-Band aber auch ein wenig seines Charmes und hält den Leser nicht mehr ganz so gut bei Laune.

Endlich Familie
Für Fans der Comic-Reihe gibt es allerdings dennoch genügend Material, weshalb sich auf dieser Band lohnen mag. Denn Kenner erhalten nun endlich einen besseren Einblick in Tonys Privatleben, lernen die etwas andere Familie kennen und dürfen auch Tonys Freundin ein wenig genauer kennenlernen. Besonders hier bietet der Comic seinem Leser hin und wieder einmal die Möglichkeit zum Schmunzeln und weitet die Charakterzeichnungen der Hauptfigur noch ein bisschen weiter aus. Einmal mehr wird also deutlich, dass wir es nicht mit einem gewöhnlichen Agenten zu tun haben. Leider bietet „Chew 3“ allerdings keine gute Einstiegsmöglichkeit für Neulinge, die vorzugsweise zunächst die ersten beiden Bänder lesen sollten. Denn auch kleine Erklärungen zu den Fähigkeiten von Tony und die diversen Rückblenden sorgen nicht gerade dafür, dass wir uns als Einsteiger gut mit der Figur identifizieren können. Das mag aber auch daran liegen, dass sich nicht mehr der gesamte Band auf einen einzelnen Fall konzentriert und an eine spezielle Location führt, wie es bei den anderen Bändern der Fall war. Die Spannung mag also etwas reduziert sein, sodass es lediglich auf die Charaktere und blutigen Actionszenen ankommt, dem Leser dennoch einen gewissen Spaß zu bereiten. Das mag „Chew 3“ auch gelingen, wenn auch nicht mehr so herausragend, wie seinen Vorgängern.

Fazit:
Tony Chu widmet sich in „Chew 3“ nun endlich mehr dem privaten Bereich und gibt dem Leser mehr Einblick in seine Persönlichkeit, bietet aber auch weniger Einstiegsmöglichkeiten für Neulinge. Zudem kommt die Spannung nun etwas zu kurz, da sich der Comic nicht mehr so sehr auf einen einzelnen Fall konzentriert. Unterhaltsam und makaber bleibt es dennoch.