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Chew – Bulle mit Biss 2


Chew – Bulle mit Biss 2
Genre:
Comic
Autor:
John Layman
Rob Guillory
Seiten:
128
Verpackung:
Hardcover
Kaufstart:
26. Juni 2011
Verlag:
Cross Cult
ISBN:
978-3-942649-19-3

Tony Chu ist definitiv kein gewöhnlicher Agent. Immer dann, wenn es einen besonders schwierigen Fall zu lösen gibt, wird er an den Tatort gerufen. Der Grund: Dank seiner besonderen Geschmacksfähigkeiten bekommt er beim Verzehr nahezu jeglichen Objektes eine Vision, die ihm besondere Fakten über dessen Herkunft verrät. Also völlig egal, ob es sich dabei um Nahrungsmittel, Leichen oder sonstige unbekömmliche Gegenstände handelt – mit seinem Geschmackssinn ist er der beste Ermittler der Behörde. Dumm nur, dass er sich dieses Mal auf die Insel Yamapalü begibt, um einer besonderen Frucht auf die Schliche zu kommen, die in gekochtem Zustand unerklärlicher Weise nach Hähnchen schmeckt. Und Hähnchen ist in der heutigen Zeit bekanntlich längst verboten. Als Agent der Gesundheitsbehörde stößt er so allerdings schnell auf ein Komplott…

Kritik:
Aufmerksame Leser werden bereits vor einigen Monaten festgestellt haben, dass wir momentan eine ganz besonders originelle Comic-Reihe auf dem Buchmarkt vorfinden können: „Chew – Bulle mit Biss“. Nun ist jedoch bereits der zweite Teil dieser Reihe erschienen und endlich dürfen wir uns über eine Fortsetzung der Geschichte freuen. Nachdem im Vorgänger Tony Chus Kollege eine schwere Kopfverletzung erlitten hat, taucht er nun als Pseudo-Cyborg erneut auf und punktet mit erstklassigen Charakterzeichnungen.

Zwei exzentrische Agenten
Wie gewohnt, sind es letztendlich die beiden Hauptcharaktere, die „Chew“ erneut ausmachen. Angefangen beim recht exzentrischen FDA-Agent Tony Chu, der besondere geschmackliche Fähigkeiten besitzt, bis hin zu seinem Kollegen als arroganten Cyborg, bekommen wir dabei zahlreiche unterhaltsame Figuren zu Gesicht. Besonders die immer wieder amüsanten Auseinandersetzungen unter Kollegen und mit dem Vorgesetzten können den Leser dabei stets zum Schmunzeln bringen, zumal Tony Chu nicht grundlos immer zu den ekelhaftesten Einsätzen geschickt wird. Sein Chef hasst ihn schließlich so sehr, dass er zu den makabersten und abartigsten Tatorten geschickt wird, an denen er sowohl Verdauungsendprodukte, als auch Abfall in den Mund nehmen muss – ganz zur Belustigung des Lesers.

Das makabre Hähnchen
Richtig makaber soll es dabei natürlich auch zugehen, auch wenn wir die Zeichnungen durchaus noch als einigermaßen jugendfrei bezeichnen können. Lediglich einige Zeichnungen von Augäpfeln in Suppen, oder diversen Leichen, zeigen die volle Kunst von „Chew“. Ansonsten jedoch wurde auch der zweite Comic-Band recht professionell gehalten, sodass ein gewisser Wiedererkennungswert stets hervorsticht. Doch abgesehen von den Zeichnungen, ist es ja besonders die Story, die letztendlich viel hermacht. In einer Welt, in der Hähnchenfleisch bereits völlig verboten ist und regelrecht eine Hähnchenmafia aus Eierdealern und Fleisch entstanden ist, bekommen wir wahrlich zu spüren, welche unsinnige und absurde Auswirkungen der Verbotswahn in diversen Ländern haben kann. Eine politische und gesellschaftliche Story, die derart viel Ironie besitzt, sollte man natürlich nicht verpassen, zumal „Chew – Reif für die Insel“ definitiv problemlos als schnelle Lektüre für Zwischendurch taugt. Theoretisch sollte es wohl jeder Leser schaffen, den Comic innerhalb einer Stunde komplett durchzulesen. Doch dabei sei gesagt: Diese Stunde wird sich lohnen!

Fazit:
Makabrer und spannender Comic-Band, der die „Chew“-Reihe voller Ironie und Humor fortsetzt. Damit bietet uns John Layman einen wahrlich hohen Unterhaltungswert.