Virtual DVD Magazine – Buch-Reviews » Reviews / Kritiken » Fringe – Der Anfang


Fringe – Der Anfang


Fringe – Der Anfang
Genre:
Comic
Autor:
Mike Johnson
Alex Katsnelson
Matthew Pitts
Seiten:
148
Verpackung:
Softcover
Kaufstart:
17. Mai 2011
Verlag:
Panini
ISBN:
978-3-86201-150-6

Walter Bishop ist jung und talentiert. Unter den Mitarbeitern der Harvard Universität gilt er als einer der genialsten Köpfe und darf fortan, trotz seines Alters von gerade einmal zwanzig Jahren, als Professor unterrichten. Dabei hat er eigentlich gänzlich andere Sachen im Kopf, beispielsweise das Lösen der Morianzgleichung. Nebenbei forscht er außerdem an der Wissensübertragung zwischen zwei Gehirnen, indem er an Tieren experimentiert. Dumm nur, dass damit schon bald ein Ende sein könnte, als er feststellt, dass einige Wissenschaftler dieser Welt ihm in einer geheimen Forschungseinrichtung bereits weit voraus sind. Bei einem Besuch wird er dort Dinge beobachten könnte, die er eigentlich für unmöglich gehalten hat – und landet prompt in der Vergangenheit…

Kritik:
Seit einigen Jahren bereits gibt es eine Serie, die viele Mysteryfans stets begeistern konnte: „Fringe“. Mit einer speziellen FBI-Division gingen die Ermittler in dieser Serie den zahlreichen mysteriösen Ereignissen auf den Grund und fanden den Zugang zu einem Paralleluniversum. Doch alles hat einmal angefangen mit den Forschungen eines hochintelligenten Wissenschaftlers…

Die Vorgeschichte
Der Comic „Fringe – Der Anfang“ erzählt uns also, wie der Titel bereits verlauten lässt, eben diesen Anfang der Serie. Von FBI-Ermittlern und anderen Beamten ist hier noch keine Spur, denn wir werden prompt in die ferne Vergangenheit zurückgeschickt. Dort nämlich dürfen wir die Forschungen von Walter Bishop und seinem Kollegen William Bell beobachten, die zum Auslöser für die Ereignisse in der Serie wurden. Wir sehen, wie Wissen in andere Gehirne übertragen werden, die Teleportation erfunden wird und funktionierende Gehirne in Glasbehältern aufbewahrt werden. Doch dank zahlreicher Wendungen bleibt stets offen, worauf die Story eigentlich hinaus laufen wird.

Da wir allerdings keine Ermittlungen zu sehen und lesen bekommen, hält sich die Action natürlich in Grenzen. „Fringe“ beschäftigt sich in diesem Fall eher mit der wissenschaftlichen Seite der Geschichte und hält sich mit Fremdwörtern daher kaum zurück. Ein wenig Wissen über die Serie ist außerdem nicht von Nachteil, zumal die Ereignisse zu Beginn ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen wirken. Nach und nach dürften allerdings auch Einsteiger verstehen, wo uns die Geschichte hinführt, sodass jeder eine enorme Spannung erleben wird.

Das Ende naht…
Schade ist allerdings, dass „Fringe“ leider nur Ausschnitte zu zeigen scheint und tatsächlich nur auf den „Anfang“ eingeht. So bekommen wir zwar die Forschungen und dessen Folgen durchaus zu lesen, stellen aber bald verwundert fest, dass das Ende viel zu abrupt kommt. Für den Leser erscheint es so, als hätte man die Geschichte einfach in der Mitte abgebrochen, damit er sich den Weiterverlauf selbst denken muss. Das wirkt befremdlich – hat aber andererseits auch eine spezielle Wirkung. Umso schlimmer wird es dann wohl, wenn die fünf Bonusstories, die uns am Ende des Comics geboten werden, umso knapper ausgefallen sind. Auch diese sind allesamt zwar sehr interessant und spannend ausgefallen, sodass sie uns eine schockierende und mitreißende Handlung bieten können, doch dank des noch deutlich knapperen Umfangs wirken diese umso „abgehackter“ und unvollständiger. Da hätten wir uns dann wohl gewünscht, die Hauptstory wäre weiter fortgeführt worden.

Dennoch werden Mysteryfans eine wahre Freude an den Geschichten haben, denn Zeitreisen, Parallelwelten, psychologischer Tiefgang und ähnliche bedrohlich anmutende Storyentwicklungen dürften den Genrefans wohl bestens gefallen. Wem also nicht nur „Fringe“, sondern auch Mysteryserien im „Outer Limits“-Stil gefallen, liegt hier genau richtig.

Besonders erwachsene Leser könnten allerdings an mancher Stelle enttäuscht sein, wenn wir feststellen, dass bei dem Comic ein wenig Zensur bezüglich politischer Symbole am Werk war. Bei der Zeitreise in die Vergangenheit – genauer gesagt ins Nazi-Deutschland – wurden die Hakenkreuze tatsächlich durch Kästchen ersetzt, was in diesem Zusammenhang ein wenig befremdlich und lächerlich wirkt. Der Ernsthaftigkeit wegen hätte es dem Comic sehr gut getan, die Originalsymbole einzubauen und der Heftigkeit der Story mehr Nachdruck zu verleihen.

Fazit:
Der erste Comic-Band zur „Fringe“-Reihe führt uns knapp, aber sehr packend in die mysteriösen Hintergründe der Serie ein und punktet vor allem mit seinen schockierenden wissenschaftlichen Theorien. Leider enden sie allerdings so abrupt, dass sie leicht unvollständig wirken, was der Spannung und der Dramatik aber keinen Abbruch verleiht.