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Rage


Rage
Genre:
Science-Fiction
Autor:
Matthew Costello
Seiten:
352
Verpackung:
Softcover
Kaufstart:
20. September 2011
Verlag:
Panini
ISBN:
978-3-8332-2329-7

Der gesamten Menschheit steht ein schrecklicher Schicksalsschlag bevor, den nur wenige überleben können: Ein riesiger Asteroid von der Größe einer gesamten Stadt rast direkt auf die Erde zu und könnte die gesamte Menschheit ausrotten. Nur einige ausgewählte Menschen mit hervorragendem Genpool haben das Glück, als Teil eines Archen-Programms tief unter der Erde begraben zu werden, um nach dem Unglück in einer völlig neuen, ihnen unbekannten Welt wieder aufzutauchen. Dumm nur, dass es noch schlimmer kommt, als die Wissenschaftler zunächst annahmen: In der nahen Zukunft, in der Raine plötzlich wieder erwacht, herrscht nicht nur ein globales Ödland voller Wasserknappheit und Hungersnöten, sondern auch blutrünstige Mutanten und skrupellose Banditen machen die Straßen unsicher. Als einziger Überlebender seiner Arche macht es sich Raine nun zur Aufgabe, sich in dieser gefährlichen Welt durchzuschlagen und sich auf die Suche nach dem Widerstand und anderen Archen-Überlebenden zu suchen…

Kritik:
Im vergangenen Jahr weckte „Rage“, das neue Spiel von id Software hohe Erwartungen an die Spieler, da das Entwicklerstudio einst für beste Referenzgrafik verantwortlich war. Doch nach ersten Enttäuschungen bezüglich der technischen Umsetzung – wir berichteten – konnte vor allem die herausragende Endzeit-Story des martialischen Spiels überzeugen. Nun gibt es passend hierzu auch noch einen umfangreiche Roman, der die Endzeiterfahrung noch ein wenig vertiefen soll.

Die fremde Welt
Bereits ab der ersten Seite kann das packende Endzeitszenario bereits fesseln, denn die Vorstellung einer Welt, die ausschließlich aus reinem Ödland besteht und in der Häuser und Fahrzeuge aus allen möglichen Materialien zusammengeflickt wurden, mag eine große Faszination erzeugen und uns die Möglichkeit geben, in eine gänzlich andere Welt einzutauchen. Doch anders, als im gleichnamigen Spiel erfahren wir hier erstmals eine genaue Vorgeschichte, die beginnt, noch bevor die Welt von dem verheerenden Asteroiden getroffen wurde. So erfahren wir auch von der Entstehung des Archen-Programms, erhalten tiefgehende Charakterinformationen über unsere Hauptfigur und erfahren sogar erschreckende Details über den Auswahlvorgang bei der Archenbesetzung. Danach geht es allerdings ganz im Stil des Spieles weiter, sodass wir sofort in die Endzeitwelt von „Rage“ entführt werden. Auf jedes noch so kleine optische Detail wurde dabei ebenso geachtet, wie den Ausbau der Charaktere.

Angriff der Mutanten
Nichts desto trotz ist „Rage“ sehr actionlastig und daher auch dementsprechend spannend. Ständig muss unser Protagonist gegen Mutanten und Banditen kämpfen, bekommt es gelegentlich gar mit der Regierung zu tun. Doch was es mit dieser auf sich hat, wird uns erst im späteren Verlauf erklärt, wenngleich wir hier durchaus auch dessen Entstehung erfahren. Bis dahin werden allerdings die zahlreichen Gewaltattacken der Mutanten sehr ausführlich und blutig geschildert, sodass wir den Kampf von Raine stets nachvollziehen können. Doch auch die Fremdartigkeit der uns bereits aus dem Spiel bekannten Stadt weckt unseren Entdeckerdrang und kann schnell mitreißen.

Die Suche nach dem Widerstand (Spoiler)
Insbesondere Kenner des Spiels werden allerdings etwas enttäuscht darüber sein, dass die Story genaugenommen exakt auf dem Inhalt basiert, den wir bereits im Spiel hautnah erleben durften. Angefangen bei dem Erwachen in der Siedlung, der Rettung durch die Hagar-Siedlung und das anschließende Untertauchen in der Stadt Wellspring ist uns aus dem Spiel schon bestens und genauestens bekannt. Zudem dürfen wir uns auch hier in die berüchtigte Totenstadt begeben, besuchen den Wissenschaftler Kvasir und entdecken schon bald das gute alte Subway Town. Für alle, die das Spiel bereits kennen, gibt es da nicht viel Neues und selbst das Vorhandene wurde sogar gekürzt. So dürfen wir nicht erst nach Wellspring reisen, um dann im Anschluss Kvasir und die Todenstadt aufzusuchen, sondern machen uns von Hagar direkt auf den Weg dorthin. Da müssen wir uns auch nur ein Mal in die Totenstadt begeben, sodass das zweite Aufeinandertreffen mit dem Riesenmutanten völlig ausbleibt. Doch auch einzelne Szenarios, wie der Kampf in den U-Bahn-Tunneln bleibt uns leider erspart. Dafür hat man auf das berühmte „Mutant Bash TV“ allerdings nicht verzichtet. Dumm ist dabei eben nur, dass es bis auf die kleine Vorgeschichte um den Asteroiden für Spielfinalisten keinerlei Gründe gibt, das Buch nach erfolgreichem Durchspielen zusätzlich zu lesen. Da hätten wir uns durchaus eine ergänzende abweichende Story gewünscht.

Fazit:
Der Roman zum erfolgreichen Videogame hält sich zwar genau an die Storyvorgaben des Spiels, weist dabei allerdings gelegentliche Lücken auf. Die fremde Welt voller Ödland, Gewalt und Mutanten hat aber eine ganz besondere Faszination, die uns mit ihrer Action bestens fesseln kann. Damit lohnt sich „Rage“ vor allem für jene, die das Spiel noch nicht kennen, während der Roman für Spieler keinen Mehrwert bereithält.