Virtual DVD Magazine – Buch-Reviews » Reviews / Kritiken » Star Trek: Doppelhelix 1


Star Trek: Doppelhelix 1


Star Trek: Doppelhelix 1
Genre:
Science-Fiction
Autor:
John Gregory Betancourt
Seiten:
209
Verpackung:
Softcover
Kaufstart:
27. Februar 2012
Verlag:
Cross Cult
ISBN:
978-3-86425-011-8

Kurz nachdem Captain Jean-Luc Picard das Kommando des Sternenflottenschiffs Enterprise übernommen hat und gemeinsam mit seiner Crew um Riker, Word, Geordie und Tasha zu spannenden Abenteuern aufgebrochen ist, steht er auch schon vor einer großen Herausforderung. Vom fernen Planeten Archaria III, auf dem Peladianer und Menschen besessen von gegenseitigem Rassismus zusammen leben, geht ein Notruf bei der Sternenflotte ein. Es scheint, als wäre dort eine katastrophale Seuche ausgebrochen, die es auf die gemeinsamen Kinder von Peladianern und Menschen abgesehen hat. Die sogenannten „Mischer“ werden von der rassistischen Organisation namens Reinheitsliga schließlich schon lange verachtet, wodurch ein Verdächtiger schnell gefunden scheint. Nun ist es die Aufgabe von Dr. Beverly Crusher ein Heilmittel zu finden – doch entgegen allen Erwartungen, hat sie es nicht nur mit der größten Herausforderung ihres Lebens zu tun, sondern auch Crewmitglied Deanna Troi steckt sich ebenfalls mit dem schnell tödlichen Virus an…

Kritik:
Nachdem Captain Kirk und seine Crew bereits in den 60er Jahren die Herzen eines jeden Science-Fiction-Fans begeistern konnte, kam mit Picard und seiner „nächsten Generation“ schon bald die nächste, modernere Ausarbeitung der guten alten Roddenberry-Vision. Noch heute fiebern zahlreiche Fans tagtäglich mit, wie die Crew der Enterprise spannende Abenteuer meistert und auf neue unbekannte Zivilisationen stößt. Mit der Romanreihe „Doppelhelix“, die uns eine umfangreiche Seuchengeschichte in ganzen sechs Bänden erzählt, stoßen wir zwar nicht auf neue Zivilisationen – dafür aber auf sehr spannende Herausforderungen, die voller Gesellschaftskritik, medizinisch-wissenschaftlicher Hindernisse und tollen Charakteren wieder echtes „Star Trek“-Feeling hervorruft.

Wenig Seiten, viel Inhalt
Man sollte sich dabei auch nicht von der scheinbar recht knappen Seitenzahl abschrecken lassen. Auf knapp etwas mehr als zweihundert Seiten führt uns „Infektion“ in den Beginn einer katastrophalen Seuche ein, die die Enterprise vor eine fast unüberwindbare Herausforderung stellt. Autor John Gregory Betancourt ist es auf so wenigen Seiten gelungen, in etwa gleich viel Inhalt unterzubringen, wie wir es auch in einer einzelnen Star Trek-Serienepisode zu sehen bekämen. Das verdanken wir vor allem dem flotten Lesefluss, der sich gänzlich auf das Wesentliche konzentriert. Auf lange detaillierte Umgebungsausführungen wird hier ebenso verzichtet, wie auf sinnloses Geplänkel. Es geht in erster Linie um die Crewmitglieder, die Seuche und die potentiellen Feinde und deren Charaktere. Kein Wunder also, dass wir uns in Windeseile in das Geschehen hineinversetzt werden und „Infektion“ eine überaus zugängliche Story bereit hält. Star Trek-Fan kennen ihre altbekannten Freunde vom Raumschiff Enterprise und finden sich dementsprechend schnell zurecht.

Seuche für den Rassismus?
Schnell kommen auch klassische „Star Trek“-Themen auf: Einmal mehr wird die Enterprise zu einem Notfall auf einem bewohnten Planeten gerufen, auf dem eine schwere unheilbare Krankheit ihr Unwesen treibt und bereits tausenden Lebewesen das Leben kostete. Als Schiff mit Forscherauftrag bekommen wir also auch keine Actionszenen geboten, sondern viel mehr einen waschechten SF-Krimi. Immerhin ist der Ursprung der Seuche quasi unklar und mit dem überlaufenden Rassismus als Motiv wird die Lage nur noch mehr erschwert. Der erste Band der „Doppelhelix“-Reihe widmet sich also einmal mehr gesellschaftskritischen Themen, wie dem Rassismus und beleuchtet „Star Trek“-typisch die heutigen, teils alltäglichen primitiven Ansichten der menschlichen Zivilisation. Damit ist auch dieser Roman im Grunde ein Stück weit seiner Zeit voraus und thematisiert damit topaktuelle Themen, die niemanden kalt lassen. Kaum verwunderlich ist es da, dass am Ende dieses etwa zweihundert Seiten starken Buches, welches wir recht schnell zu lesen vermögen, große Vorfreude auf die Fortsetzung aufkommt. Gelungen!

Fazit:
Mit klassischen gesellschaftskritischen „Star Trek“-Themen, der bekannten TNG-Crew und einem hollywoodreifen Seuchenszenario dürfte „Doppelhelix: Infektion“ wohl jeden Fan begeistern.