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Star Trek: Doppelhelix 2


Star Trek: Doppelhelix 2
Genre:
Science-Fiction
Autor:
Dean Wesley Smith
Kristine Kathryn Rusch
Seiten:
266
Verpackung:
Softcover
Kaufstart:
26. März 2012
Verlag:
Cross Cult
ISBN:
978-3-86425-012-5

Nachdem es die Föderation bereits vor einigen Jahren mit einer überaus komplexen und speziesübergreifenden Seuche zu tun bekam, bricht nun auch auf Terok Nor eine eben solche Krankheit aus. Wir schreiben das Jahr 2366: Seit langer Zeit werden die friedlichen, aber überaus gläubigen Bajoraner von den Cardassianern unterdrückt, das heutige Deep Space 9 diente lediglich dazu, die Sklavenarbeit voranzutreiben. Nun jedoch könnte all dem endlich ein Ende gesetzt werden, als plötzlich beide Spezies von ein und derselben Krankheit überrumpelt werden – und die Todesrate beträgt dabei bisher hundert Prozent. Nur noch die eigentlich verfeindete Vereinigte Föderation der Planeten scheint die Aussicht auf einen Sieg gegen die Seuche bieten zu können und schickt prompt einen ihrer besten Ärzte, Dr. Katherine Pulaski auf die ferne Sternenbasis. Gemeinsam mit ihrem Ex-Mann Kellec Ton steht sie nun vor der größten Herausforderung ihres Lebens und muss unter Zeitdruck eine Lösung finden. Dumm nur, dass ihr dabei sowohl der tyrannische Gul Dukat, als auch eine Spionin der bajoranischen Rebellen im Wege steht…

Kritik:
Bei echten „Star Trek“-Fans dürften beide Locations bestens bekannt sein. An der Seite von Captain Jean-Luc Picard reisten wir in einem Schiff der Galaxy-Klasse in ferne Galaxien und durften nebenher die spannenden Geschichten auf der cardassianischen Raumstation „Deep Space 9“ erleben, die in der Umlaufbahn von Bajor stets viele Auseinandersetzungen zu bieten hatte. Den wenigstens Fans ist jedoch die Zeit vor Deep Space 9 bekannt, als die Station noch unter dem Namen „Terok Nor“ bekannt war und ausschließlich von den Cardassianern geführt wurde.

Blutige Vergangenheit
Der zweite Band der „Doppelhelix“-Reihe unter dem Titel „Überträger“ entführt uns in eben jene Zeit, in der die Raumstation Deep Space Nine noch unter cardassianischer Führung stand und Menschen ebenso, wie Sternenflotten-Offiziere völlig unerwünscht waren. In Feindschaft war es den Föderations-Mitgliedern nicht einmal gestattet, den cardassianischen Raum zu betreten, die Zustände auf den jeweiligen Planeten und Stationen waren praktisch nicht bekannt. So bietet sich uns ein interessanter Einblick in die damalige Unterdrückung der Bajoraner durch die Cardassianer, welche ihre Feinde als Sklaven in den Erzraffinerien von Bajor arbeiten ließen. Einen Wiederkennungswert finden wir allerdings dennoch schnell, denn dank Quarks Bar ist jedem „Trekkie“ schnell klar, dass es sich hier nur um die geliebte schöne Raumstation handeln kann. Dennoch ist das Bild, welches wir hier zu lesen bekommen, deutlich anders.

Zwischenmenschlichkeit
Obwohl es sich auch hierbei um einen Roman aus der „The Next Generation“-Serie stammt, so erinnert uns die Story inhaltlich doch eher an eine typische „Deep Space Nine“-Episode. Action gerät schnell in den Hintergrund und die zwischenmenschlichen Beziehungen und Geschichten der einzelnen Figuren erscheinen wichtiger. „Überträger“ konzentriert sich also voll und ganz auf den cardassianisch-bajoranischen Konflikt, auf die Charakterzüge der tyrannischen Cardassianer und auf die Beziehung zwischen Pulaski und ihrem Ex-Mann Kellec Ton. Die Auseinandersetzungen und Schwierigkeiten zwischen den Charakteren formen also die Story und zugleich auch die Spannung. Im Grunde handelt es sich somit sogar um ein Beinahe-Kammerspiel, denn „Überträger“ spielt sich fast ausschließlich auf Terok Nor ab. Schade ist gerade deshalb, dass der Thriller-Aspekt, den wir aus dem ersten Band kannten und der sich voll und ganz auf den Drahtzieher der Seuche konzentrierte, zu sehr in den Hintergrund gerät. Die Suche nach einem Heilmittel bietet also nicht mehr ganz so große Spannung und Intensität, wie noch der erste Band. Dennoch hat die Tatsache, dass Band 2 inhaltlich an den ersten Band anknüpft, einen gewissen Reiz.

Fazit:
Interessant für alle Deep Space Nine-Fans: „Überträger“ versetzt uns zurück in eine Zeit, in der die cardassianische Raumstation noch zur Unterdrückung der Bajoraner diente und unter völlig anderem Namen bekannt war. Freunde von zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen und nostalgischer Vorliebe kommen also auf ihre Kosten, obwohl die Spannung unter dem deutlich zurückgefahrenen Thriller-Part sehr zu leiden hat.