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Star Trek: Doppelhelix 4


Star Trek: Doppelhelix 4
Genre:
Science-Fiction
Autor:
John Vornholt
Seiten:
267
Verpackung:
Taschenbuch
Kaufstart:
1. Oktober 2012
Verlag:
Cross Cult
ISBN:
978-3-86425-014-9

Die entmilitarisierte Zone in der Nähe des cardassianischen Raumes galt schon immer als ein schwieriges Gebiet – von den einen nicht gewollt, von den anderen zurückgelassen, ist das Sonnensystem Helena ganz auf sich allein gestellt. Mit einer besonderen gesellschaftlichen Struktur setzen die Bewohner alles daran, möglichst viele verschiedene außerirdische Rassen zu vermischen, selbst wenn dafür gentechnische Veränderungen notwendig sind. Je einzigartiger die daraus entstehende Spezies sein mag, desto höher ist auch dessen gesellschaftlicher Status. Geht es jedoch darum, biologische Kampfstoffe zu testen, die bei möglichst vielen Spezies auf Erfolg stößt, so ist der Planet Helena zugleich auch das beste Testgebiet. So dauert es nicht lange, bis die Bevölkerung von einer schweren Seuche befallen wird, die zuvor auch schon den Alpha-Quadranten heimgesucht hat. Die Föderation hält sich entsprechend des Vertrages der entmilitarisierten Zone aus der Situation heraus und die Cardassianer würden den Planeten lieber zerstören, als zu riskieren, dass die Seuche den Boden verlassen kann. Dumm nur, dass die Maquis fortan die einzigen sind, die den Planeten noch retten können. Doch die Crew um Chakotay, B’Ellana Torres und Thomas Riker, dem Duplikat von William Riker, hat zahlreiche Feinde…

Kritik:
Eingefleischte „Star Trek“-Fans lieben es, wenn die Geschichte eines dazugehörigen Buches einmal ungewöhnliches Terrain betritt, jenseits der klassischen Fernsehserien. Doch viel zu selten kommt es vor, dass man die Crew um Captain Picard gänzlich verlässt und sich auf Gebiete bezieht, die in der Serie so kaum bis gar nicht vorkamen. Umso interessanter mag die daraus resultierende Story sein.

The Other Generation
Obwohl auch der vierte Band von „Doppelhelix“ unter dem Titel „The next Generation“ vermarktet wird, mag das Buch relativ wenig mit der gleichnamigen Serie gemeinsam haben. So stoßen wir innerhalb der Geschichte auf absolut kein einziges Besatzungsmitglied der Enterprise und dürfen uns lediglich mit einem Duplikat von William T. Riker anfreunden, der gemäß der Folge „Riker : 2 =?“ bei einem Transporterunfall erzeugt wurde. Dieser schloss sich anschließend – im Gegensatz zu William Riker – den Maquis an und trifft somit auf die spätere Crew der Voyager. Neben Chakotay, dürfen wir uns also auch über die Halb-Klingonin Torres und den Vulkanier Tuvok freuen, die seinerzeit alle an der Seite von Captain Chakotay auf einem Maquis-Schiff gedient haben. Man vermischt also die Charaktere von „Die nächste Generation“ und „Star Trek Voyager“ geschickt, um eine Story zwischen den beiden Serien zu schaffen und sich gänzlich auf die Maquis zu konzentrieren. Die wiederum sind selbst für Bücher eine äußerst seltene Vorlage.

Ich bin kein Arzt…
Im Gegensatz zu den drei vorangegangenen Bänden kommt der medizinische Teil allerdings erstaunlich kurz. Man befasst sich kaum noch mit der Herstellung eines Heilmittels und lässt die Forschung an dem Virus auch vollkommen außen vor. Für die Bekämpfung der Seuche scheint es ein alleiniges, recht einfaches Mittel zu geben: Den Ursprung ausfindig machen und den Planeten evakuieren. Das mag etwas zu einfach sein und bietet auch nicht mehr die spannenden medizinischen Geschichten, doch bringt es aus gesellschaftlicher Sicht viel Diskussionspotential mit und bietet aus Perspektive der Maquis, die zwischen allen Fronten stehen, auch genügend Dramatik. Besonders der Aspekt einer Schaffung von maximaler Vielfalt in der Bevölkerung, der gänzlich neue gesellschaftliche Probleme mit sich bringt, erscheint besonders interessant, gerade deshalb, weil dieser Gedanke für viele Menschen wohl gänzlich neu und abwegig zu sein scheint. So regt „Doppelhelix 4“ ganz im Stil von „Star Trek“ häufig zum Nachdenken an und stellt gesellschaftliche Richtlinien stets gründlich in Frage. Fans der Serie werden begeistert sein, obwohl der Band durchaus noch mehr Potential für höhere Spannung und mehr Action gehabt hätte. Alles in allem erscheint die Geschichte also etwas knapp und das Ende unbefriedigend, doch die tiefgründige Handlung kann dennoch überzeugen.

Fazit:
Spannende Story über die Maquis und die Vorgeschichte der Voyager-Crew – perfekter Stoff für jeden „Star Trek“-Fan, jedoch mit unbefriedigendem Ende und zu geringem medizinischen Part.