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Star Trek: Doppelhelix 5


Star Trek: Doppelhelix 5
Genre:
Science-Fiction
Autor:
Peter David
Seiten:
320
Verpackung:
Taschenbuch
Kaufstart:
4. Oktober 2012
Verlag:
Cross-Cult
ISBN:
978-3-86425-015-6

Kurz nach dem Ende des Dominion-Krieges steht die Föderation vor einem besonderen geschichtlichen Ereignis: Sie feiern das Jubiläum der Gründung der Vereinigten Föderation der Planeten. Aus diesem Grund wird Commander William Riker von der Enterprise abgesandt, um den besonderen Feierlichkeiten auf der Erde beizuwohnen. Doch während seines Aufenthaltes auf der USS Excalibur, welche ihn sicher in die Heimat zurück bringen soll, wird die Crew von romulanischen Schiffen angegriffen, die offensichtlich ganz eigene, noch unbekannte Pläne verfolgen. Unterdessen arbeitet Captain Calhoun bereits für den Geheimdienst der Förderation und versucht die Mannschaft von General Thul zu unterwandern. Er scheint nämlich einer der Drahtzieher bei den Vorfällen mit dem Doppelhelix-Virus zu sein und plant eine Bedrohung der gesamten Föderation. Dumm nur, dass es womöglich längst zu spät sein könnte…

Kritik:
Die 6-bändige „Doppelhelix“-Reihe nähert sich der Zielgeraden: Nachdem bereits mehrere Planeten und Zivilisationen von einem schrecklichen Virus befallen wurden, versuchen namhaften Mitglieder der Föderation, den Verursacher ausfindig und unschädlich zu machen. Stilistisch unterscheidet sich der fünfte Band „Doppelt oder nichts“ daher grundlegend von den vorherigen Bänden.

Das gebrannte Kind
Zum ersten Mal kombiniert das Buch dabei die Inhalte aus „The Next Generation“ und „The New Frontier: Captain’s Table“. In einer der Hauptrollen begegnen wir daher Mackenzie Calhoun, der bereits in „Gebranntes Kind“ die entscheidende Figur darstellte und über den Kenner viele kindliche Hintergrundinformationen erhalten haben. Es erscheint daher überaus vorteilhaft, auch dieses Buch zuvor gelesen zu haben, um die Handlungsweisen unserer Hauptfigur vollends nachvollziehen zu können. Immerhin erklärt sich damit auch der Grund für Calhouns Groll gegen gewisse andere Völker. Einen grundlegenden Unterschied finden wir aber doch: „Doppelt oder nichts“ ist keineswegs so ruhig und erzählerisch, wie „Gebranntes Kind“ und hat wesentlich mehr Action zu bieten. Dennoch mag auch Autor Peter David gelegentlich vor allem bei den Actionmomenten dazu neigen, etwas zu sehr auszuschweifen – und dem Roman damit einige Längen zu verpassen.

Verbrecherjagd
Doch auch in einem anderen Punkt unterscheidet sich „Doppelt oder nichts“ grundlegend von den restlichen vier „Doppelhelix“-Bänden: Denn um medizinische Inhalte, sowie den Virus geht es hier nur nebensächlich. Tatsächlich kommt es während der Geschichte zum ersten Mal zu keiner einzigen ernsthaften Infektion, sodass wir überwiegend fast nur auf Raumschiffen unterwegs sind. Spannende Gefechte gegen Romulaner werden geschildert, ebenso wie gewaltsame Befreiungsaktionen, sowie das Zusammentreffen mit einer Dyson-Sphäre. „Doppelt oder nichts“ richtet sich daher speziell an jene Star Trek-Fans, die eine Vorliebe für aufregende Weltraumkämpfe haben und obendrein ein paar alte Gesichter wieder lesen wollen, darunter unter anderem William Riker und Jean-Luc Picard.

Crew der Kuriositäten
Für Auflockerung und einige witzige Momente sorgt unterdessen die überaus interessante und ausgefallene Crew der Excalibur. Entgegen den üblichen Regeln der Disziplin herrschen Gerüchte und ungewöhnliche zwischenmenschliche Beziehungen vor, sodass speziell das Zusammentreffen zwischen Riker und dieser Crew einige Besonderheiten zu bieten hat. Die vermeintliche Schwangerschaft eines beidgeschlechtlichen Zwitters in einer Dreiecksbeziehung dient dabei als Running Gag und ziemlich witziger Aufhänger der Geschichte. Spaß und tolle Charaktere bleiben daher nicht aus, obwohl „Doppelt oder nichts“ erzählerisch betrachtet nicht gerade ein Meisterwerk ist. Peter David distanziert sich einfach zu häufig vom Kern der Geschichte und lässt sich zu leicht von Nebensächlichkeiten ablenken, statt uns mit der Hauptstory zu fesseln. Damit liegt Band 5 qualitativ hinter den anderen vier Büchern.

Fazit:
Medizin ade: Der fünfte Band der „Doppelhelix“-Reihe macht sich auf direkten Weg zur Zielgerade und konzentriert sich auf schräge Charaktere, actionreiche Weltraumkämpfe und eine spannende Täterjagd. Leider trüben zu viele Ausschweifungen den Genuss ein wenig.