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Torchwood 2


Torchwood 2
Genre:
Science-Fiction
Autor:
Dan Abnett
Seiten:
366
Verpackung:
Taschenbuch
Kaufstart:
24. Juni 2011
Verlag:
Cross Cult
ISBN:
978-3-941248-59-5

Captain Jack Harkness und seine Leute haben definitiv keinen leichten Job: Als Mitglieder der geheimen Organisation „Torchwood“ ist es ihre Aufgabe, unbekannte und außerirdische Bedrohungen abzuwehren. Doch dabei können selbst die Spezialisten schnell einmal vor einem unlösbaren Problem stehen, als das geheimnisvolle mehrdimensionale Artefakt „Das Amok“ sein Unwesen zu treiben beginnt. Statt seine Gegner auf übliche Weise anzugreifen, dringt es in die Köpfe seiner Opfer ein und treibt sie in den Wahnsinn. Prompt entwickeln sich die Bewohner von Cardiff zu denkunfähigen Zombies und der Weltuntergang steht kurz bevor. Doch ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt sollen sich die Probleme häufen, als sowohl eine Kirche aus dem Jahre 1840 wieder auftaucht, als auch einer ihrer Teammitglieder in gewaltige Schwierigkeiten gerät. Damit gerät Torchwood gewaltig an seine Grenzen…

Kritik:
Endlich ist es soweit: Während wir noch sehnsüchtig auf die vierte Staffel der hervorragenden Science-Fiction-Serie warten, können wir nun endlich die zweite bisher nicht verfilmte Geschichte aus Cardiff lesen. Erneut begibt sich Jack Harkness mit seinen Kollegen in unbekannte Gefilde, um sich mysteriösen Bedrohungen in den Weg zu stellen. Doch statt Aliens stehen auf den ersten Blick dieses Mal völlig andere Dinge auf dem Plan, denn „Torchwood“ kann sich durchaus auch zum Psychothriller entwickeln.

Ein unvorstellbares Artefakt
Für gewöhnlich bekommen es die Fans von „Torchwood“ schließlich mit sichtbaren Objekten zu tun, die ihren Gegnern physischen Schaden zufügen können. Doch Autor Dan Abnett will nun einmal einen anderen Weg gehen und lässt uns eine mysteriöse Geschichte erleben, die zunächst scheinbar keine Aliens enthalten soll. Mit einem schwierig zu beschreibenden Artefakt dürfen wir nun in die Köpfe der Opfer eindringen, die psychischen Schaden erleiden und an die Grenzen des Wahnsinns geführt werden. Eine wahre Meisterleistung ist ihm da bei der Beschreibung des Artefakts gelungen, welches für den Leser eigentlich unvorstellbar sein müsste, aber dennoch bildlich vorstellbar wird. Das hat einen Grund, denn Abnett gelingt es, ein vierdimensionales Objekt zu beschreiben, das mit seinen Opfern ein elfdimensionales Spiel spielt. Wer jetzt ein großes Fragezeichen über dem Kopf hat, sollte sich also unbedingt „Torchwood: Wächter der Grenze“ zulegen.

Die Charaktere des Wahnsinns
Spannend wird es aber natürlich besonders bei den interessanten Einblicken in die Psyche der Protagonisten. Erstaunlicherweise ist es dieses Mal nicht mehr der ohnehin etwas eigensinnige Owen, der im Mittelpunkt stehen darf, sondern die vielen anderen anfälligen Charaktere, die mit ihren Problemen in die Verrücktheit abdriften. Speziell die Beziehung zwischen Gwen und dem Neuzugang James kann den Leser stets mitreißen und hat einige Herzschmerz-Momente zu bieten. Auch bleibt über die gesamte Zeit völlig offen, ob auch Gwen von dem Artefakt beeinflusst wird und deshalb ihren Freund Rhys betrügt, oder ob sie in Wahrheit allgemeine Beziehungsprobleme haben mag. Kenner der Serie werden diese Schlussfolgerung zumindest annehmen und werden später auf eine völlig unerwartete Weise immer wieder überrascht werden. Denn das Ende des Buches lässt sich in der Tat nicht vorausahnen, zumal alle Motive und Hintergründe doch zunächst viel zu eindeutig erscheinen. Damit ist Dan Abnett allerdings ein absolut genialer Handlungsablauf gelungen, der „Torchwood“ durchgehend lesenswert macht.

Science-Fiction meets Action
Natürlich bietet „Torchwood: Wächter der Grenze“ allerdings auch ein gewisses Tempo, welches dafür sorgt, dass es für den Leser kaum eine Verschnaufpause gibt. Stets befinden sich die Agenten in Gefahr und müssen kämpferisch an ihre Grenzen gelangen. Da werden sie sowohl von unbekannten Gefahren angegriffen, müssen sich gegen übermächtige außerirdische Roboter bewähren und dürfen anschließend auch noch gegen unsichtbare Gestalten antreten. Von Cardiff führt es sie dabei bis nach Manchester und müssen dabei selbst Verfolgungsjagden und Observierungen hinter sich bringen. Actionfans kommen also gewaltig auf ihre Kosten und dürfen sich wohl an der actionreichsten „Torchwood“-Geschichte aller Zeiten erfreuen. Da wird so mancher wohl traurig drein blicken, wenn er das Lesen doch einmal unterbrechen muss. In diesem Sinne: Zugreifen lohnt sich, denn inhaltlich bietet „Wächter der Grenzen“ genügend Stoff für mehrere TV-Folgen.

Fazit:
Der zweite Band der „Torchwood“-Romanreihe schafft es tatsächlich, seinen Vorgänger nochmals zu toppen und liefert uns eine spannende und actiongeladene Science-Fiction-Story voller mysteriöser Begegnungen, temporeichen Actionmomenten und vielfältigen Nebengeschichten. Damit ist der Roman so aufregend, wie mehrere Folgen zugleich.